77 Tage Australien

Liebeserklärung an einen Rucksack

Mein erster Rucksack stammte von einem großen Discounter. Der Reißverschluss war schwergängig und ich bildete mir ein, dass dadurch meine Kamera sicherer wäre vor Langfingern, bis zu dem Moment als mir in Barcelona (natürlich dort) beim Einsteigen in einen Bus meine Kamera fast gestohlen wurde. Der Rucksack war auf einmal sperrweit auf und mir ist die Kamera runtergefallen. Der Dieb schien gestört worden zu sein. Ich konnte den Fall der Kamera mit meinem Fuss gerade noch abfangen. Fast hätte mich dieser Städtetrip meine Kamera gekostet.
Mein nächster Rucksack war dann ein Markenprodukt. Etwas größer und mit abschließbaren Reißverschlüssen. Ein paar Monate war ich auch ganz glücklich damit bis zu dem Moment, wo bei den Zuglasschen Teile abgebrochen sind, so dass der Rucksack sich nicht mehr abschließen lies
Der Rucksack hat viel von der Welt gesehen, aber so richtig zufrieden war ich immer noch nicht. Dann habe ich das 15-minütige Video von Compagnon vom Backpack gesehen. Und ich muss sagen ich habe mich gleich in das Konzept verliebt. Ich mag besonders die Idee, dass man den Rucksack am Rückteil öffnet.
Aber ich habe auch den Preis gesehen und der war mir einfach zu hoch. Beim nächsten New York Trip wollte ich zu B&H und dort alle Rucksäcke anschauen, den guten Dollarkurs nutzen und mit einem neuen Rucksack wiederkommen. Ich habe mir die Riesenauswahl angeschaut, aber keiner hat meine Anforderungen erfüllt:
-Laptopfach
-bequem für einen großen Menschen zu tragen
-möglichst Diebstahlssicher
-genug Platz für Kamera, Objektive und Gedöns

Dann habe ich den Verkäufer gefragt, ob sie einen Compagnon Backpack hätten? What? War die Antwort. Ich schwärmte von diesem tollen deutschen Rucksack. Nein, den würden sie nicht kennen. Somit hatte ich dann keine Chance meinen Wunschrucksack durch einen guten Dollarkurs etwas günstiger zu bekommen. Übrigens führt B&H inzwischen Compagnon Produkte.

Nicht lange später habe ich ihn dann nur mal so bei Calumet Hamburg angeguckt. Ich hatte meinen Fotorucksack mit Fotoausrüstung dabei, vielleicht würde mein ganzer Krempel ja gar nicht reinpassen. Negativ! Es passte alles rein ohne das obere Staufach voll zu nutzen. Dann konnte ich nicht mehr und habe ihn gekauft. Es hat einmal kurz im Portemonnaie weg getan, aber das Leben ist zu kurz um sich über Dinge wieder und wieder zu ärgern.

Seitdem ist viel gereist. In die Heimat seiner Stoffe, Schottland, nach New England zum Indian Summer und jetzt habe ich ihn seit 63 Tagen täglich in Australien auf dem Rücken. Immer mit 12 kg Fotoausrüstung, denn ich habe festgestellt, dass nur 12 kg Fotoausrüstung mich glücklich machen.

Mein Resümee ist, dass ich mich ihn verliebt habe. Wenn man so lange zusammen ist und ihn täglich trägt merkt man, was man an ihm schätzt und was einen nervt.

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Ich schätzte an ihm:
  • Wenn ich ihn trage, kann ich mich entspannen. Selbst im intensivsten Getümmel der Viktorian Markets in Melbourne brauchte ich mir keine Gedanken machen, dass mir jemand meine Kamera klaut
  • Bei einer Bootsfahrt im Daintree Nationalpark im Regenwald von Australien (und Regenwald kommt von Regen) wusste ich bei dem plötzlich einsetzenden Regen, dass mein Equipment geschützt ist
  • Im Outback, beim Uluru, ist der wirklich sehr berüchtigte feine rote Sand / Staub draußen geblieben.
  • Er ist bequem zu tragen, das haben mir die 400 Stufen zu einem kleinen Wasserfall gezeigt. Da merkt man schnell wie bequem der Rucksack zu tragen ist.
  • Ich habe immer einen sauberen Rücken, da man über das Rückenteil auf die Kamera zu greift. Das ist der große Unterschied zu viele anderen Rucksäcken.
  • Ich liebe das große und variable Staufach oben am Rucksack. Sehr gut gebraucht habe ich es beim Flug auf eine kleine Insel am Great Barrier Reef. Dort konnte ich gut das nicht so kompakte Unterwassergehäuse meiner kleinen Kompaktkamera unterbringen.

Was mich stört? Das frage ich mich immer noch

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Jetzt möchte ich einfach mal DANKE Compagnon sagen für das tolle Konzept und die gute Verarbeitung!