In dieser Woche hatten wir wirklich ein Programm, welches nicht hätte unterschiedlicher sein könnte. Wir starteten mit einem Nationalpark, dann sollte es in die Großstadt Melbourne gehen und dann zur Great Ocean Road.
Als erstes waren wir gespannt auf unsere Unterkunft. Sie hatte die optimale Bewertung von 10 (zehn!) in Booking.com Wir haben sie aufgrund der Bewertung und der Nähe zum Nationalpark Wilsons Promotory ausgewählt. Schon die Anfahrt war schön und führte uns durch hügelige Landschaften. Wie liebe ich doch diese Fahrten durch das Land.
Angekommen hatte ich das Gefühl ich fahre in einen Botanischen Garten. Alles um uns herum blühte. Kaum hatte ich den Motor abgestellt wurden wir auch schon von Linda begrüßt. Sie zeigte uns alles und sagte wir sollten uns ganz Zuhause fühlen und könnten alles benutzen. Als wir dann auf die Terrasse gingen fiel mir die Kinnlade runter. Wow, was für ein Ausblick! Und der Blick sollte bleiben, denn unser Zimmer hatte ein Panoramafenster und war das alte Homeoffice-Büro. Ja, bei so einem Büro würde ich auch viel öfter Homeoffice machen.
Begrüßt wurden wir mit einem kleinen Schild “Willkommen Kerstin & Stefan” und einer kleinen Flasche Port als Schlaftrunk. Alles war so einladend, da viel es uns sehr schwer wieder loszufahren. Wir brauchten aber noch etwas zum Abendbrot also ging es nach Fish Creek einem noch kleineren Ort, als unser Ort, wo wir die nächsten Tage verbringen sollten. Eigentlich hat der Ort nur drei Geschäfte, aber es waren wieder einmal die richtigen Geschäfte. Eine Fotogalerie, wo ich mich total verquatscht habe. Der Fotograf, Michael Pitts, nutzt eine ganz, ganz alte Technik der Fotografie. Sie nennt sich Wetplate-Fotografie, hier wird auf eine Glasplatte belichtet und es gibt wirklich nicht viele Fotografen auf der Welt, die mit diese Technik fotografieren. Ich kenne nur drei in Deutschland und zwei in Österreich. So hatten wir gleich ein Thema gefunden…
Dann ging es in den Tante Emma-Laden. Ich hatte von prämierten Käse aus der Region gehört und ihn auch im Kühlregal gefunden. Dann kam aber auch schon “Tante Emma” zu uns und erzählte und alle Details über den Käse und dies mit einer Leidenschaft die unglaublich war. So haben wir auch gleich vier unterschiedliche Käse gekauft und ich habe selten so guten Käse gegessen und ich habe mehrere Jahre im Marketing für Käse bei Unilever gearbeitet! Es folgte die übliche Frage, was wir so heute und morgen planen würden. Wir sagten, wir wollten zum Nationalpark. Sie sagte, es wäre eine gute Zeit, denn jetzt wären viele Tiere aktiv. Ich frage nach JETZT? Oder morgen? Sie antwortete direkt, wir sollten losfahren, es wären noch vier Stunden Tageslicht und da könnte man viel entdecken. Befehl ausgeführt.
Der Park ist wirklich schön und wir entdeckten eine Wiese mit wirklich zahmen Kängurus und Touristen, die Selfis mit sich und dem Känguru machten. Oh, mein Gott! Aber als die Emus, die bis zu 190 cm groß werden, vorbei stolzierten zückte ich auch gleich meine Kamera, aber eher für Emu-Portraits als für Selfis.
Den Abend haben wir dann mit ziemlich viel Wein auf der Terrasse mit Blick auf den Sonnenuntergang und einem Gespräch mit einem Pärchen aus Melbourne ausklingen lassen. Da haben wir uns auch gleich ein paar gute Tipps für Melbourne abgeholt.
Den nächsten Tag haben wir dann wieder im Nationalpark verbracht und die Natur genossen, am Abend haben uns dann noch Nora und Mona, zwei Kolleginnen (eine Ex-) besucht, die auch gerade in Australien Urlaub machen, und wir haben unsere Australienerlebnisse ausgetauscht. Wie klein doch die Welt ist. Danach haben wir dann noch mit unseren Gastgebern über Australien und unsere Route gesprochen. Hier hätten wir gerne noch viel länger Zeit verbracht…
Leider mußten wir das Eiland mit Blick über diese tolle Landschaft wieder verlassen, es zog uns nach Melbourne. Und der Besuch von Melbourne traf uns wie ein Faustschlag ins Gesicht. Der Verkehr wurde immer dichter und dichter und teilweise haben uns die Jogger überholt. Die Sonne brannte und die Temperatur war weit über 30 Grad. Dann wurden die Straßen enger und die Autofahrer immer ungeduldiger. Dies alles mit Linksverkehr. Dann kamen noch die Straßenbahnen dazu. Ich fühlte mich wie in einem Computerspiel, wo sich alle fünf Minuten der Level erhöht. Dann zeigte mir das Navi noch an ich solle abbiegen, wo es zwar eine Straße gab, aber nicht wirklich möglich war abzubiegen, wolle man nicht am nächsten Tag mit Bild in den News stehen. Parkplätze haben wir auch nicht wirklich gesehen und wir zweifelten daran, ob wir wirklich einen kostenlosen Parkplatz hätten, wie gebucht.
Dann bogen wir kurz vor unserem Ziel links ab und auf einmal hörte der starke Verkehr auf. Die Straßen, Mitten in der Stadt, wurden breiter, und unser Hotel hatte wirklich eine Tiefgarage, mit einem schönen breiten Parkplatz 🙂 Mir war klar, hier würde unser Auto erst wieder rausfahren, wenn wir Melbourne verlassen würden. Das Viertel ähnelte dem Schanzenviertel nur ohne G20 und hatte die Straßenbahn-Haltestelle direkt vor der Tür. Jackpot! Unser Apartment ging über zwei Etagen, hatte eine Toilette und ein Badezimmer inkl. Waschmaschine und Trockner und für mich schnelles Internet. Doppelt Jackpot.
Nachdem der erste Kontakt mit Melbourne wirklich weh tat, zeigte sich die Stadt von der besten Seite. Ich liebe diese Stadt! Wir gingen von unserem Hotel über die Viktoria Markets in die Innenstadt. Überall gab es nette kleine Läden mit originellen Sachen, doch unser Limit sind die Koffer und je 30km 🙁
Ich habe mich in den Kochbuch-Buchladen bei den Viktoriamärken verliebt. Ein Buchladen nur mit Kochbüchern. Hammer. Man was hätte ich alles an Büchern mitgenommen. Ich habe dann auch gleich ein Buch gefunden. Ich dachte, ich bestell’ es dann einfach per Amazon. Fehlanzeige, dort kostet es einen dreistelligen Betrag, also mußte es doch gekauft werden.
Und weil wir die Rezepte, aus dem Buch gerne kochen möchten und weil Du bis hier gelesen hast, laden wir DICH zu einem Dinner am Freitag, den 19.01. um 18.00 Uhr zu uns (in Prisdorf) ein. Du kannst Dich hier dazu anmelden: xxx es sind leider keine Plätze mehr frei. Wir hätten auch noch ein Reisebett frei, wenn die Anreise länger sein sollte. Die Liste ist geheim, so dass es eine Überraschung ist, wer kommt.
Wir haben in Melbourne die Touristischen Highlights einfach mal weggelassen und uns mehr der Kunst gewidmet. So waren wir in ein paar Galerien, im Centre for Contemporary Photography, haben die tollen Graffitis in der Stadt bewundert und einen Abend in einem kleinen Jazz Club verbracht. Dany Maia haben wir es zu verdanken, dass wir uns gefühlt haben, wir seien für zwei Stunden in Brasilien.
Da der Text jetzt schon so lang geworden ist und ich schon sehr viele Bilder angehängt habe, kommt der Bericht von der Great Ocean Road separat und später.
Ein Klick auf das Bild zeigt es in groß an…