Die letzte Woche war einfach unglaublich unfassbar. Begonnen haben wir vom Klima mit der trockenen Hitze von 37 Grad im Herzen von Australien und nur ein paar Tage später kam im Nordosten dann einfach noch die hohe Luftfeuchtigkeit des Tropenklimas dazu. Irre wie einfach man in der heutigen Zeit zwischen den Klimazone springen kann.
Uluru-Kata Tjuta National Park
„Erster“ schrie Kerstin als sie den Mt. Connor sah und meinte den Uluru. Einen Fehler den viele Touristen machen. Wir sollten noch mehr als eine Stunde fahren um den Uluru sehen zu können. Aber erst einmal haben wir uns am Lookout an der Vogelwelt erfreut. Diese freut sich über jeden Wassertropfen der für sie abfällt. Und fällt etwas mehr Wasser für sie ab, dann baden sie auch gerne darin wie die Finken.
Das bewölkte Wetter, die Anreise mit dem eigenen Fahrzeug und dass wir am Anfang der Woche am Uluru waren sorgte dafür, dass und nicht drängeln mussten auf den separaten Aussichtsplatformen für die Bustouristen. Es war also eine gute Entscheidung selbst anzureisen und sich das beste zum Schluss unserer Outbacktour übrig zu lassen.
Aber ist der Uluru wirklich so toll? Für mich war es einfach ein großer Stein, okay, ein sehr großer Stein. Steht man aber dann wirklich vor ihm, dann hat er genau dieses Mystische von dem alle mit leuchtenden Augen erzählen. Danke Sascha, ohne Dich wäre ich wohl auch diesmal nicht dort hingefahren. Man kann ihn mit den Auto wie auch zu Fuß umrunden und ihn von allen Seite anschauen. Dann sieht man auch die vielen Spuren der Zeit und man sieht auf einmal Formen und Gesichter an seinen steilen Wänden. Außerdem ist die Natur hier für mich überraschen grün. Ein tolles Farbenspiel der rötliche Uluru, die grüne Flora und ab und zu der blaue Himmel. Und wenn der nicht da war, dann habe ich die blaue Stunde genommen…
Denn das bedeckte Wetter sorgte dafür, dass wir leider keinen „Lichtshow“ bei Sonnenauf- und -untergang hatten, dafür konnten wir morgens länger schlafen und hatten eine besondere Stimmung dort. Ich war ganz dankbar dafür… Auch die Temperaturen waren so ertragbar.
Schön sind dann auch die Olgas. Ähnliche Felsformationen wie der Uluru, aber mit mehr Schluchten. Und beim Lookout zählten wir knapp zwanzig unterschiedliche blühende Pflanzen. Wahnsinn, so schön und grün hätte ich mir es hier nicht vorgestellt!
Auch konnte ich mir nicht vorstellen, was wir dann erlebten. Es ging zurück zum Sunrise Lookout vom Uluru. Also so mitten in die Pampa. Auch mussten wir ein Stück dafür laufen. Wir wurden wieder einmal mit einem traumhaften Blick belohnt, aber auch mit „Free Wifi“! Mitten im Nirgendwo! Unglaublich! Ich habe diesen Moment dann auch per Facetime mit meiner Schwester geteilt. Natürlich erst als die Asiatische Reisegruppe weg war, dann war die Bandbreite doch etwas besser.
Daintree Nationalpark – Cape Tribulation
oder drei Tage nachhaltig Leben ohne Internet. Fährt man mit dem Auto auf der Fähre über den Daintree River dann bricht man den Kontakt mit der Außenwelt ab. Das Telefon funktioniert nicht mehr und es gibt auch kein Internet mehr.
Als wir dann unser Appartement, wunderschön gelegen in einer Gartenanlage, erreichten, waren wir doch sehr überrascht. Das Haus war völlig offen! Die Veranda, die offene Küche, war wirklich offen und auch der Esstisch stand im Freien. Okay, es war ein Dach darüber, aber es sah aus als ob jemand einfach die Außenwände vergessen hätte und dies im ältesten Regenwald der Welt mit hunderten von Insekten, Spinnen usw.
Wir bekamen dann auch gleich unsere Einweisung wie wir uns zu verhalten hätten:
- Schuhe ausziehen (okay – normal)
- keine Getränke in den Zimmern, nur Wasser ist erlaubt
- und natürlich sind Speisen auch nicht in den Zimmern erlaubt
Dies alles verhindert, dass Tiere ins Haus und ins Zimmer kommen. Und sie, unser “Drill Instractor” hatte damit recht.
Und die Anlage funktioniert nachhaltig, denn es gibt hier kein Stromanschluss oder eine Müllabfuhr. Der Strom wird mit Solar und riesigen Batterien zur Verfügung gestellt. Und man versucht den Strom möglichst nur dann zu verwenden, wenn Licht da ist, d.h. tagsüber, werden die Akkus und der Laptop geladen. Nachts soll nur das notwendigste verwendet werden.
Morgens wurden wir dann immer mit einem Obstteller mit mehr als zehn Früchten aus dem eigenen Garten empfange. Und Abends haben wir den Abend mit den anderen Gästen am großen Tisch ausklingen lassen.
Es gab auf diesem eigentlich kleinen Stückchen Erde soviel zu entdecken. Und unsere Gastgeber haben uns mit tollen Tipps versorgt, die für eine unvergessliche Zeit gesorgt haben.
Highlight war die Sunset-Bootstour mit Dan. Dan ist 70plus und weiß alles über den Regenwald und die Tiere. Wir führen mit ihm den Daintree River hoch und hatten eine tolle Zeit und konnten viel mitnehmen. Nicht alles konnte ich im Bild festhalten, dass muss man auch nicht, wie z.B. das Flying Fox Weibchen mit ihrem Jungen. Auch hat er mir den Wunsch erfüllt, dass ich einen Kingfisher fotografieren kann. Ich liebe diese Farben diese Vögel. Und ich liebe meine Fotoausrüstung, denn genau diese Bild ist mit meiner 9 Jahre alten Kamera mit 600mm bei einer Verschlusszeit 1/25tel und Iso 3200 gemacht worden. Und dies auf einem Boot. Toll, was die Technik alles kann.
Außerdem haben wir gesehen, wie Kaffee, Tee, Mangos, Papayas und, und, und angebaut werden. Und wie sie frisch aus dem Garten schmecken – wahnsinnig intensiv.
P.S.: Ab Cape Tribulation haben wir dann auch die kleinen Moskitos kennengelernt. Aber sie waren echt liebe zu mir. Sie haben zwischen den Stichen immer 8 mm Platz gelassen, so dass ich besser kratzen konnte. Auch das Insektenspray, welches mich wir eine Zitrone im Urwald durften lies, wies die Moskitos nur auf die Stellen hin, die wir mit dem Spray ausgelassen hatten. An manchen Stellen des Körpers sah ich aus, als hätte ich Masern.
Und ein Moskito hat uns dann als Mitfahrzentrale mit Vollpension genutzt. Es hat drei Tage und ca. 500ml meines Blutes gekostet bis ich Ihn gefunden und bei 100 km/h rausgeschmissen habe.
Ein Klick auf das Bild zeigt es in groß an…